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Losungswort Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen. Hiob 37,5 Lehrtext Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Matthäus 5,45
Gott verstehen
Das heutige Losungswort stammt aus einer Rede Elihus, einer besonderen Figur im Buch Hiob. Er war jünger als die drei Freunde Hiobs, deshalb fing er erst an zu sprechen, als alle anderen schwiegen. Interessant ist, dass Elihu weder Hiob noch dessen Freunden recht gab. In allen Reden davor ging es um die Frage: Ist es möglich, dass Gott einen Unschuldigen leiden lässt? Hiobs Freunde meinten, er müsse sich vor Gott schuldig gemacht haben, sonst würde dieser ihm nicht solch ein Leid aufbürden. Hiob wiederum meinte, in einem gewissen Sinn habe Gott sich an ihm schuldig gemacht, weil er ihn unschuldig leiden ließ. Die Frage der Schuld spielt heute genauso eine Rolle wie damals. Es gilt als Kriegsverbrechen, wenn Unschuldige angegriffen werden. Gemeint sind meistens Zivilisten und Kinder. Es ist aber durchaus legitim, sich zu wehren, wenn man angegriffen wird – also den Angreifer ebenfalls angreift. Die Frage nach der Schuld legitimiert bzw. verurteilt also unser Handeln. Doch kann man damit auch Gottes Handeln beurteilen? Wie ich Elihus Reden verstehe, sagt er dazu: Nein. Gott steht nicht unter einer Rechtsordnung – vielmehr gibt er uns eine Rechtsordnung. Hinter dem Losungswort „Gott tut große Dinge, die wir nicht begreifen“ steckt also eine tiefgreifende Einsicht über Gott. Wir können Gottes Handeln weder erklären noch rechtfertigen oder verurteilen. Wir können ihm nur vertrauen und uns darauf einlassen, was er uns von sich mitteilt. Ein Beispiel dafür lesen wir im Lehrtext. Im Zusammenhang sagt Jesus dort: „Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! So handelt ihr wie wahre Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt die Sonne für Böse und Gute aufgehen und sendet Regen für die Gerechten wie für die Ungerechten.“(1) Jesus verschiebt hier den Fokus vom Recht hin zur Liebe. Wenn wir so handeln, sind wir Gott viel näher, als wenn wir andere aus dem Blickwinkel des Rechts betrachten. Sind wir dazu bereit? Einen gesegneten Tag wünscht Pastor Hans-Peter Mumssen (1) Matt. 5,44-45 [Neues Leben Übersetzung] Gebet: Herr Jesus Christus, ich danke dir für dein Wort. Du selbst bist das Wort und hast so gehandelt, wie du es gesagt hast. Dein Wort fordert mich sehr heraus. Wie kann ich jemanden lieben, der mir Böses will? Auch in der Begegnung mit Leid kommen in mir immer wieder Fragen hoch. Doch ich danke dir, dass du in deinem Geist in mir wohnst. Schenke mir Einsicht in dein unbegreifliches Handeln, und schenke mir immer wieder neues Vertrauen, dass du etwas Gutes mit uns vorhast. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus. Amen.
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