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Gedanken zur Tageslosung

für Sonntag, den 16.08.2026

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Losungswort
In meinem Zorn habe ich dich geschlagen, aber in meiner Gnade erbarme ich mich über dich.
Jesaja 60,10

Lehrtext
Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus.
1. Thessalonicher 5,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zorn und Gnade

Das heutige Losungswort wirft eine Frage auf: Können Zorn und Gnade zusammenpassen? Immerhin ist es derselbe Gott, der von sich sagt, dass er in seinem Zorn Israel zerschlagen hat, sich jedoch in seiner Gnade wieder über Israel erbarmen wird. Manche reden über Gott so, als ob es sich bei dem gnädigen und dem zornigen Gott um zwei verschiedene Götter handelt. Andere sehen es historisch: Früher stellten sich die Menschen Gott als zornigen Gott vor, doch der sogenannte fortschrittliche Mensch stellt ihn sich gnädig vor. Von Martin Luther wird gesagt, dass er auf der Suche nach einem gnädigen Gott war. Ist Gott denn nicht einfach Gott? Wie kommt es, dass für so manch einen Zorn und Gnade unvereinbar erscheinen?

Gottes Zorn ist ja eine Reaktion auf unser Handeln. Würde er nicht reagieren oder nur freundliche Worte sprechen, wäre er nicht wirklich interessiert an unserem Leben. Gerade der Zorn ist ein Zeichen dafür, dass Gott sich sehr betroffen fühlt, wenn wir toten Gottheiten nachlaufen, Schwache ausnutzen und im Grunde nur uns selbst dienen. Wie reagieren wir eigentlich, wenn jemand Kinder zwingt, andere zu töten? Ich kenne Personen, die als Kindersoldaten so misshandelt wurden. Auch für uns Deutsche ist es ja noch nicht so lange her, dass in unserem Land unglaubliche Gräueltaten verübt wurden. Im Grunde ist es erstaunlich, dass hinter Gottes Zorn immer noch seine Gnade zu finden ist.

In diesem Sinne beinhaltet der Lehrtext eine schier unglaubliche Botschaft: Jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt, ihm also sein Leben anvertraut, ist nicht zum Zorn bestimmt. Das gilt für alle Menschen, auch für diejenigen, die in unseren Augen vielleicht nur noch Zorn verdient hätten. Ohne Jesus Christus wären wir alle verloren. Wie gut, dass Gott durch ihn das letzte Wort spricht.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du uns die Gnade und Barmherzigkeit Gottes gebracht hast. Ich danke dir auch, dass du mir die Augen für das geöffnet hast, was ich anderen angetan habe. Danke, Herr, für Vergebung. Danke für Wiedergutmachung. Und danke für ein verändertes Leben. Amen.



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