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Losungswort Der HERR kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. Psalm 98,9 Lehrtext Jesus spricht: Mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Johannes 5,30
Gericht und Gnade
Eine zentrale Botschaft in der gesamten Bibel ist das Gericht Gottes. Liest man Psalm 98 als Ganzes, so fällt auf, dass der Schreiber in zweifacher Weise auf Gottes kommendes Gericht reagiert. Was ihn selbst und sein Volk betrifft, schreibt er: „Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“(1) Was aber die anderen Völker anbelangt, wird Gott sie mit Gerechtigkeit richten. Wird hier mit doppeltem Maß gemessen? Ich glaube das nicht. Vielmehr beruft sich der Psalmist auf etwas, das durch Jesus Christus allen zugänglich ist: nämlich auf Gottes Gnade. Nun denken viele, Gnade verhindere das Gericht, oder besser gesagt, sie verhindere eine Verurteilung und die entsprechende Strafe. Doch Gnade verhindert weder Verurteilung noch Strafe, sondern sie verschiebt sie auf jemand anderes. Schuld verschwindet nicht einfach. Jemand muss dafür bezahlen: entweder ich oder Jesus Christus, der am Kreuz für meine Schuld eintrat. Das ist das Zentrum des Evangeliums und das Zentrum unseres Glaubens. Wenn wir dieses Geschenk Gottes annehmen, hat unser Gericht schon stattgefunden. Doch ohne Christus bleibt ein Mensch unter dem Zorn Gottes – so sagt es Jesus selbst: „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen; der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“(2) Im Lehrtext sagt Jesus, dass sein Gericht gerecht ist. Was damit gemeint ist, erklärt er einen Vers zuvor: „Dann werden alle Menschen auferstehen: Die Gutes getan haben, werden ewig leben, die aber Böses getan haben, werden verurteilt.“(3) Das gilt für alle Menschen – auch für uns. Ohne Gottes Gnade wären wir alle verloren. Deshalb ist es so wichtig, dass ein Mensch diese Gnade in Anspruch nimmt und sein Leben Jesus Christus anvertraut. Ich denke, das sollten wir nicht vergessen. Einen gesegneten Tag wünscht Pastor Hans-Peter Mumssen (1) Ps. 98,3 (Luther 2017) (2) Joh. 3,36 (Neue Genfer Übersetzung) (3) Joh. 5,29 (Hoffnung für alle) Als Gebet heute die zweite Strophe des Liedes: „Ist‘s wahr, dass Jesus starb für mich“: Trug meine Sünd‘ das Gotteslamm? Galt mir Sein Schmerzensschrei? Dann seh‘ ich erst am Kreuzesstamm, was Gottes Liebe sei! An dem Kreuz, an dem Kreuz brach der Morgen mir an, und des Blinden Auge ward aufgetan, denn ins Herze ließ ich den Heiland ein, Hosianna, nun ist der Friede mein! Text: Isaak Watts (*1674 †1748) Übersetzung: Walter Rauschenbusch (*1861 †1918)
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