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Gedanken zur Tageslosung

für Freitag, den 14.08.2026

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Losungswort
Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.
Hiob 10,12

Lehrtext
Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend.
Johannes 9,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Macht zeigt sich

Das heutige Losungswort stammt aus einem schwierigen Zusammenhang. Ein Mann namens Hiob erlebte große Nöte, für die er überhaupt nichts konnte. Er verlor seinen Wohlstand, seine Kinder und schließlich seine Gesundheit. Einzig sein Glaube an Gott war ihm geblieben. Freunde erklärten ihm, die Ursache für alle diese Katastrophen müsse bei ihm liegen. Hiob wehrte sich jedoch gegen diese Anschuldigungen und suchte eine Antwort bei Gott. In der Vergangenheit hatte dieser ihn doch immer reich gesegnet – aber mit Blick auf die Gegenwart kamen in ihm Fragen hoch.

So fragte Hiob Gott: „Warum hast du mich aus meiner Mutter Schoß kommen lassen? Ach dass ich umgekommen wäre und mich nie ein Auge gesehen hätte!“(1) Das klingt ziemlich anders als das, was er kurz zuvor im Losungswort gesagt hatte: „Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.“ Wie ich es sehe, schlugen hier quasi zwei Herzen in Hiobs Brust: auf der einen Seite Glauben, auf der anderen jedoch Verzweiflung. Manche meinen, dass das eine das andere ausschließt. Doch auch ein zutiefst gläubiger Mensch kann in große innere oder äußere Nöte geraten.

Im Lehrtext sehen wir einen Mann, den Jesus von dessen Blindheit geheilt hatte. Zuvor hatte es unter den Jüngern Jesu Spekulationen gegeben, wer für diese Erkrankung verantwortlich war: der Mann oder seine Eltern?(2) Wie Hiobs Freunde gingen sie davon aus, die Ursache müsse in einem Fehlverhalten liegen. Jesu Antwort wird sie verblüfft haben: „Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“(3)

Menschen schauen häufig auf die Umstände und suchen nach Erklärungen. Dass Gott alles in der Hand hat, gerät dabei oft ins Abseits. Doch er ist da – und er hat einen Plan. Vertrauen wir ihm auch in schweren Zeiten?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob. 10,18 [Luther 2017] (2) Joh. 9,2 (3) Joh. 9,3 [Luther 2017]
Gebet:
Vater im Himmel, es gibt so viele Dinge, die ich überhaupt nicht verstehe und bei denen ich viele Fragen habe. Hilf mir, allezeit auf dich zu schauen und dir zu vertrauen – besonders dann, wenn es um mich herum dunkel und trübe aussieht. Du wirst das finale Wort sprechen, das ist meine Zuversicht. Ich danke dir, dass du immer bei uns bist. In Jesu Namen, Amen.


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